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Implantatakupunktur Ohr

Diese besondere Form der Ohrakupunktur wurde im Jahr 2000 in Deutschland entwickelt. Quasi per Zufall entdeckte ein Neurologe dieses Verfahren: Ihm war schlichtweg bei einer normalen Ohrakupunktur die Spitze einer Stahlnadel abgebrochen, welche in der Folgezeit in die Ohrmuschel einwuchs. Das Besondere war, dass die Patientin, die wegen einer Trigeminusneuralgie behandelt wurde, in der Folgezeit beschwerdefrei wurde. Als die Nadelspitze operativ wieder entfernt wurde, traten ihre Beschwerden erneut auf. Damit war die Idee geboren, durch Dauerstimulation mit Implantaten an betroffenen Ohrpunkten Krankheiten gezielt zu behandeln. Und die Methode hatte Erfolg! Es konnte nachgewiesen werden, dass durch Titan-Dauernadeln an der Ohrmuschel das zentrale Nervensystem kontinuierlich stimuliert wird und verschiedene Botenstoffe frei setzt (u.a. Dopamin, Endorphine).
Wie bereits bei der Vorstellung der klassischen Ohrakupunktur beschrieben, finden sich am menschlichen Ohr ca. 200 bekannte Akupunkturpunkte, die sich bestimmten Körperregionen bzw. Organen zuordnen lassen. Vor einer Implantation werden die entsprechenden Ohrareale systematisch untersucht. Diese Untersuchung ist sehr zeitaufwendig und muss äußerst präzise durchgeführt werden, da die Punkte mit ca. 0,2 bis 0,3 mm sehr klein sind.
Nur funktionsgestörte Punkte reagieren tatsächlich auf Schmerzreize. Durch subtile Untersuchungstechniken findet der geübte Akupunkteur die entsprechenden Punkte. Über diese Ohrpunkte kann der gesamte menschliche Körper mit all seinen gestörten Funktionen behandelt werden.
Momentan werden im Wesentlichen zwei Nadeltypen verwendet: Die lebenslang implantierte Titannadel und die resorbierbare Templantatnadel. Weitere Informationen finden Sie unter www.inauris.com.
Die Implantatakupunktur am Ohr zeigte bisher bei folgenden Erkrankungen eine positive Wirkung:

  • Morbus Parkinson (Tremor, Muskelsteifigkeit, Gangunsicherheit u.a.)
  • Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine)
  • Polyneuropathie (Missempfindungen der Nerven an Beinen/Armen, u.a. bei Diabetes)
  • Chronischen Kopfschmerzen (Cluster, Migräne, Spannungskopfschmerzen)
  • Depressiven Verstimmungen
  • Rheumatischen Erkrankungen, insbesondere Fibromyalgie oder Morbus Bechterew
  • Chronischen Rückenschmerzen
  • Tinnitus
  • Aber auch bei vielen anderen Erkrankungen zeigen sich bereits positive Effekte

Die Methode der Ohrimplantatakupunktur unterliegt strengen Auflagen: Sie darf erst nach erfolgreicher Prüfung von bisher nur sehr wenigen Akupunkturärzten angeboten und durchgeführt werden.
Mit großer Spannung wird in Fachkreisen das Ergebnis der von Dr. Rolf Wlasak durchgeführten wissenschaftlichen Studie bei der Indikation „Restless-Legs-Syndrom“ erwartet. Die Studie wurde im November 2008 abgeschlossen und wird gerade von zwei unabhängigen Universitäten ausgewertet.

 

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